Strom- und Gaskosten: Mit diesen Tipps sparen Sie bares Geld und wirken Preiserhöhungen entgegen

Energie ist kostbar – und die Kosten für Strom und Gas können einen erheblichen Teil der monatlichen Ausgaben ausmachen. Umso wichtiger ist es, den eigenen Verbrauch im Blick zu behalten, Verträge regelmäßig zu überprüfen und vorhandene Einsparpotenziale zu nutzen.

Doch wodurch verändern sich Strom- und Gaspreise eigentlich, wie lassen sich Energiekosten reduzieren und was können Verbraucher tun, wenn ihr Energieanbieter die Preise erhöht?

Nachdenkliche Frau blickt nach oben, neben ihr eine gezeichnete Gedankenblase mit Geldscheinen und Münzen – Symbol für finanzielle Sorgen in der Energiekrise

Warum verändern sich Strom- und Gaspreise?

Die Preise für Strom und Gas werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen unter anderem die Beschaffungskosten an den Energiemärkten, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen sowie die individuellen Einkaufsstrategien der Energieversorger.

Je nach Marktentwicklung können sich diese Bestandteile verändern und dadurch auch Auswirkungen auf die Preise für Verbraucher haben.

Dürfen Strom- und Gasanbieter den Preisanstieg einfach auf den Verbraucher umlagern?

Energieanbieter können ihre Preise unter bestimmten Voraussetzungen anpassen. Dabei müssen jedoch die gesetzlichen Vorgaben sowie die vertraglich vereinbarten Bedingungen eingehalten werden.

Bei einer Preisänderung steht Verbrauchern grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht zu. Abhängig vom Vertrag und vom Grund der Preisänderung können allerdings Ausnahmen gelten. Deshalb lohnt es sich, die Mitteilung des Energieversorgers und die Vertragsbedingungen genau zu prüfen.

Eine Preisänderung kann außerdem ein guter Anlass sein, bestehende Konditionen mit anderen Angeboten zu vergleichen.

Geld bei Strom und Gas sparen – so geht’s

Neben einem Anbieter- oder Tarifvergleich können Verbraucher auch durch kleine Veränderungen im Alltag ihren Energieverbrauch reduzieren. Viele Maßnahmen lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen.

Clever heizen

Im Wohnzimmer mögen Sie es angenehm warm, im Schlafzimmer lieber etwas kühler? Dann halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen möglichst geschlossen. Dadurch vermeiden Sie, dass Wärme unnötig in weniger beheizte Räume gelangt.

Wussten Sie, dass jedes Grad weniger Ihre gesamten Heizkosten um rund 6 Prozent senkt? Grund genug, um Thermostat-Ventile zu benutzen. Die kleinen Helfer stellen die Temperatur nicht nur gradgenau, sondern auch noch automatisch für Sie ein.

Stehen Möbel direkt vor dem Heizkörper oder wird dieser durch Vorhänge oder Handtücher verdeckt, kann sich die Wärme schlechter im Raum verteilen.

Achten Sie deshalb darauf, Heizkörper möglichst freizuhalten.

Statt Fenster über längere Zeit gekippt zu lassen, empfiehlt sich insbesondere während der Heizperiode regelmäßiges Stoßlüften.

Öffnen Sie die Fenster dafür vollständig und sorgen Sie für einen kurzen, intensiven Luftaustausch. Wie lange gelüftet werden sollte, hängt unter anderem von Außentemperatur, Raumgröße und Luftfeuchtigkeit ab.

Undichte Fenster und Türen können dazu führen, dass Wärme verloren geht und Räume als kälter empfunden werden.

Prüfen Sie deshalb regelmäßig, ob Fenster und Türen richtig schließen und ob Dichtungen gegebenenfalls erneuert werden sollten.

Warmwasser sparen

Auch beim Warmwasser lassen sich Kosten reduzieren. Sparduschköpfe und wassersparende Armaturen können den Wasserverbrauch verringern und dadurch gleichzeitig den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung senken.

Bei älteren Durchlauferhitzern kann sich eine Überprüfung des Energieverbrauchs lohnen.

Moderne elektronisch geregelte Geräte ermöglichen häufig eine genauere Einstellung der gewünschten Wassertemperatur. Ob sich ein Austausch wirtschaftlich lohnt, hängt vom vorhandenen Gerät und vom individuellen Verbrauch ab.

Strom sparen

Fernseher, Computer, Spielekonsolen und andere elektronische Geräte können auch im Stand-by-Modus weiterhin Strom verbrauchen.

Abschaltbare Steckdosenleisten ermöglichen es, mehrere Geräte mit einem Handgriff vollständig vom Stromnetz zu trennen, wenn sie nicht benötigt werden.

Nicht jedes Elektrogerät muss dauerhaft eingeschaltet sein. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, welche Geräte Sie tatsächlich benötigen und welche nur selten genutzt werden.

Auch bei notwendigen Haushaltsgeräten spielt die passende Größe eine Rolle.

Eine sehr große Kühl- oder Gefriertruhe benötigt beispielsweise unter Umständen mehr Energie als ein kleineres Gerät, das besser zum tatsächlichen Bedarf des Haushalts passt.

Vor allem ältere Haushaltsgeräte können einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch haben. Bei einer Neuanschaffung lohnt es sich deshalb, auf den konkreten Energieverbrauch und das EU-Energielabel zu achten.

Bei zahlreichen Haushaltsgeräten reicht die aktuelle Energieeffizienzskala von A bis G. Dabei kennzeichnet A die höchste und G die niedrigste Energieeffizienz innerhalb der jeweiligen Produktgruppe.

Neben der Effizienzklasse enthält das Energielabel je nach Gerät weitere Informationen, beispielsweise zum Strom- oder Wasserverbrauch.

Preiserhöhungen gegensteuern: Was kann ich tun?

Sie haben von Ihrem Strom- oder Gasanbieter eine Mitteilung über eine Preisänderung erhalten? Dann sollten Sie die neuen Konditionen zunächst genau prüfen.

Das Vorgehen

Ihr erster Gedanke ist Kündigung. Doch Augenblick: Bevor Sie sich auf das Kündigungsschreiben stürzen, stellen Sie erst einmal Nachforschungen an. Der Hintergrund: Einige Strom- und Gasanbieter stellen Neukunden keine günstigeren Tarife mehr in Aussicht als Bestandskunden. Oft ist das Gegenteil der Fall: Bestandskunden kommen günstiger weg als Neukunden – trotz Preiserhöhung.

Der Grund: Viele Strom- und Gasanbieter gehen bei ihren Kalkulationen von einer bestimmten Anzahl an Bestandskunden aus. Und genau für diese haben sie bereits im Vorfeld Energiemengen gesichert, als die Preise noch günstiger waren. Damit profitieren Bestandskunden trotz Preiserhöhung von fairen Tarifen.

Viele Verbraucher sind bei Preiserhöhungen verunsichert: Ist das wirklich angemessen? Was, wenn mein Anbieter plötzlich zu viel verlangt? Soll ich wechseln?

Im Zweifelsfall lohnt sich ein Preisvergleich. Nutzen Sie renommierte Online-Vergleichsportale, um sich einen Überblick über die aktuellen Preise der Strom- und Gasanbieter zu verschaffen. Mit wenigen Klicks haben Sie die Zahlen schwarz auf weiß. Im Idealfall ziehen Sie gleich mehrere Vergleichsportale zurate. So sind Sie beim Preis-Check immer auf der sicheren Seite.

Verträge mit kurzer Laufzeit, aus denen Sie sich innerhalb von zwei bis sechs Wochen mühelos befreien können, verschaffen Ihnen wertvolle Flexibilität. Denn sollte der hohe Strom- und Gaspreis wieder fallen, können Sie in Rekordzeit auf die neue Entwicklung reagieren.

Wer mehr Wert auf Stabilität als auf Flexibilität legt, tut sich mit einem Vertrag mit Preissicherheit den größten Gefallen.

Gut zu wissen: Wer weder auf Stabilität noch auf Flexibilität verzichten will, setzt auf Verträge mit kurzer Laufzeit und langer Preisgarantie von zwölf Monaten.

Viele Kunden wägen sich bei Verträgen mit Preisgarantie in Sicherheit. Jetzt kann der Anbieter die Preise nicht mehr anheben. Aber diese Annahme entspricht leider nicht der Realität. Denn eine Preisgarantie schützt Sie nicht automatisch vor einer Preiserhöhung. Der Grund: Bei den meisten Preisgarantien sind nicht alle Preis­bestand­teile des Strom- oder Gaspreises abgesichert. Oft gilt sie nur für Beschaffung und Vertrieb. Zum Beweis: Bei Gas decken Garan­tien nur rund 46 Prozent des Gesamtpreises ab, bei Strom 25 Prozent. Wenn nun aber Abgaben, Entgelte oder Steuern steigen, ist auch eine Preiserhöhung nicht auszuschließen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Gestiegene Markt­preise dürfen Anbieter bei Preisgarantien nicht auf ihre Kunden übertragen.

Nicht selten willigen Kunden in Preiserhöhungen ein, ohne es zu wissen. Der Grund: Viele Strom- und Gasanbieter verschleiern die Kostensteigerung – und zwar mit voller Absicht. Sie jubeln sie dem Verbraucher sozusagen unter. Sogar Verbraucherzentralen haben sich inzwischen eingeschaltet. Immer wieder mahnen sie Strom- und Gasanbieter wegen schlecht bis überhaupt nicht gekennzeichneter Preiserhöhungen ab. Doch trotz der Abmahnungen halten sich einige Betreiber immer noch nicht an die Regeln. Zum Glück können betroffene Kunden die verschleierten Kostensteigerungen mittlerweile einfach und schnell entlarven. Mit diesen Tipps kommen Sie schwarzen Schafen auf die Schliche:

So gut wie Werbung: Oft erhalten Kunden kein typisches Anschreiben, sondern eine Art Werbeflyer. Nicht ohne Grund landen die Prospekte häufig ungelesen im Mülleimer. Das Problem: In dem werbeähnlichem Material befindet sich eine wichtige Information – die Preissteigerung. Nun hat der Kunde leider nichts von den Änderungen mitbekommen und versäumt den Anbieterwechsel.

Beiläufig erwähnt: Viele Anbieter verstecken die Information über die Preiserhöhung gut getarnt in langen Schreiben. Nur beiläufig als Randnotiz bringen sie die geplante Kostensteigerung zur Sprache.

In der Rechnung versteckt: Nicht selten versteckt sich die neue Information auch in der Jahresrechnung. Das Problem: Die Jahresrechnung ist voller wichtiger Daten, sodass der Kunde schnell die kleine Randnotiz übersieht.

Zwei Erhöhungen auf einmal: Ein Schreiben macht Sie auf zwei dicht aufeinanderfolgende Preiserhöhungen aufmerksam. Sobald die erste aber in Kraft tritt, ist die zweite oft schon wieder vergessen.

Unbekannter E-Mail-Absender: Erfährt der Kunde via E-Mail von der geplanten Preiserhöhung, sorgt häufig der Absender für Verwirrung. Auf den ersten Blick lässt er sich nicht eindeutig als Strom- und Gasanbieter identifizieren. Im Gegenteil: Erst bei genauerem Hinsehen gibt er sich zu erkennen.

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